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Interne Verlinkung im Online-Shop: die richtige Strategie

von E-shop Guru ·
Interne Verlinkung im Online-Shop: die richtige Strategie
Foto: Alina Grubnyak / Unsplash

Interne Links sind der einzige SEO-Faktor, den Sie vollständig selbst in der Hand haben. Niemand muss sie genehmigen, sie kosten nichts – und trotzdem überlassen die meisten Online-Shops sie dem, was das Theme eben vorgibt. Das Ergebnis: eine Startseite, die auf acht „Angebote“ von vor einem Jahr verlinkt, wichtige Kategorien, die in einem dreistufigen Dropdown verschwinden, und Bestseller, auf die kaum ein Link zeigt.

Was interne Links leisten

Drei Dinge, und alle sind wichtig:

  1. Auffindbarkeit: Google entdeckt Seiten, indem es Links folgt. Eine Seite, auf die kein interner Link zeigt (eine sogenannte „verwaiste“ Seite), wird womöglich nie oder nur selten gecrawlt.
  2. Gewichtung: Seiten mit mehr und stärkeren internen Links gelten als wichtiger.
  3. Kontext: Der Ankertext verrät Google, was auf der Zielseite zu erwarten ist.

Und natürlich helfen sie Ihren Kunden, das Gesuchte zu finden – darum geht es letztlich.

Die ideale Struktur: eine flache Pyramide

Stellen Sie sich Ihren Shop als Pyramide vor:

  • Spitze: die Startseite.
  • Ebene 2: Hauptkategorien (5–10).
  • Ebene 3: Unterkategorien und wichtige Landingpages (z. B. Marken).
  • Basis: die Produkte.

Das Ziel: Jedes wichtige Produkt ist von der Startseite aus mit drei bis vier Klicks erreichbar. Muss man sich bis Seite neun einer Kategorie durchblättern, um ein Produkt zu finden, hält auch Google dieses Produkt für unwichtig.

Wo Links im Online-Shop sitzen

Hauptnavigation

  • Umsatzstarke Kategorien gehören ins Menü, als ganz normale <a href>-Links.
  • Stopfen Sie nicht 200 Links in ein Mega-Menü. Je mehr Links, desto weniger ist jeder einzelne wert – und desto mühsamer wird das Menü auf dem Smartphone.
  • Verwenden Sie Bezeichnungen, nach denen gesucht wird: „Damenschuhe“, nicht „SS Collection“.

Breadcrumbs

Auf jedem Produkt und jeder Unterkategorie: Startseite › Damen › Schuhe › Sneaker. Einfach, hilfreich für Kunden – und jede Kategorie erhält einen Link von jedem ihrer Produkte. Ergänzen Sie zusätzlich BreadcrumbList-Schema.

Kategorieseiten

  • Links zu Unterkategorien weit oben (als Chips oder Kacheln), nicht nur in der Seitenleiste.
  • „Siehe auch“-Links zu benachbarten Kategorien.
  • Eine Paginierung mit echten Links, damit Google auch die Produkte auf Seite 2, 3 und weiter erreicht.

Produktseiten

  • Ähnliche Produkte: nicht zufällig, sondern aus derselben Kategorie oder in einer ähnlichen Preisklasse.
  • Ergänzende Produkte: „Passt gut dazu“ (eine Hülle zum Smartphone, Filter zur Kaffeemaschine).
  • Markenlink: „Alle Bosch-Produkte“.
  • In der Beschreibung: wo es sich natürlich ergibt, etwa „Zur Größentabelle“ oder „Kompatibel mit X-Filtern“.

Startseite

Ihre Startseite ist meist Ihre stärkste Seite. Nutzen Sie sie:

  • um die Kategorien hervorzuheben, mit denen Sie ranken wollen,
  • für beliebte oder saisonale Produkte, die häufig wechseln,
  • nicht für einen Slider mit sechs Bannern, von denen niemand mehr als das erste sieht.

Blog und Ratgeber

Ein Beitrag „So wählen Sie den richtigen Bürostuhl“ sollte auf Ihre Kategorie Bürostühle und auf zwei, drei konkrete Produkte verlinken. Die Kategorie kann ihrerseits auf den Ratgeber zurückverlinken. Diese Verbindung in beide Richtungen ist einer der wirksamsten Wege, eine Kategorie zu stärken.

Footer

Gut geeignet für Serviceseiten (Versand, Rückgabe, Kontakt) und Hauptkategorien. Kein Ort für 80 Keyword-Links.

Ankertext: beschreibend, nicht erzwungen

  • Gut: „alle [Damen-Sneaker] ansehen“, „[Größentabelle für Kinderschuhe]“.
  • Schlecht: „klicken Sie [hier]“, „[mehr]“.
  • Ebenfalls schlecht: bei jedem Link auf eine Seite exakt dasselbe Keyword. Natürliche Abwechslung ist völlig in Ordnung.

Die Probleme, die wir am häufigsten finden

  • Verwaiste Produkte: in der Sitemap, aber von keiner Seite verlinkt (etwa Produkte ohne Kategorie oder in einer ausgeblendeten Kategorie).
  • Links auf Weiterleitungen: Menüs oder Beschreibungen, die auf alte URLs mit 301 zeigen. Das funktioniert, verschwendet aber Crawl-Budget und bremst den Kunden aus.
  • Links auf 404-Seiten: Überbleibsel nach dem Löschen von Produkten oder Umbauten an Kategorien.
  • Reine JavaScript-Links: Buttons oder Kacheln, die per onclick statt über ein echtes href navigieren. Google folgt ihnen möglicherweise nicht.
  • Nofollow auf internen Links: selten nötig. Wenn etwas nicht indexiert werden soll, gibt es bessere Werkzeuge.

Ein schneller Check

  1. Crawlen Sie die Website mit Screaming Frog (bis 500 URLs kostenlos) oder einem vergleichbaren Tool.
  2. Prüfen Sie die Crawl-Tiefe: Welche Produkte liegen auf Ebene 5 oder tiefer?
  3. Prüfen Sie die eingehenden internen Links pro Seite: Haben Ihre umsatzstärksten Kategorien auch die meisten internen Links?
  4. Gleichen Sie den Crawl mit Ihrer Sitemap ab, um verwaiste Seiten zu finden.
  5. Sehen Sie in der Search Console unter Links → Interne Links nach, welche Seiten die meisten Links erhalten. Oft sind es die AGB- und Cookie-Seiten.

Eine Aufgabe für diese Woche

Wählen Sie die drei Kategorien, mit denen Sie am dringendsten ranken wollen. Für jede davon:

  1. Zählen Sie, wie viele interne Links auf sie zeigen (aus Ihrem Crawl oder der Search Console).
  2. Setzen Sie einen Link von der Startseite, falls es noch keinen gibt.
  3. Suchen Sie drei bis fünf passende Produkte oder Artikel und ergänzen Sie dort einen natürlichen Link mit beschreibendem Ankertext.
  4. Sorgen Sie dafür, dass ihre Unterkategorien weit oben auf der Seite erscheinen und nicht nur in der Seitenleiste.

Prüfen Sie die Positionen nach ein bis zwei Monaten erneut. Ein kleiner Aufwand, der oft ein sichtbares Ergebnis bringt.

Checkliste

  • [ ] Umsatzstärkste Kategorien im Hauptmenü
  • [ ] Breadcrumbs auf Produkten und Unterkategorien
  • [ ] Jedes wichtige Produkt in 3–4 Klicks von der Startseite erreichbar
  • [ ] Sinnvolle ähnliche und ergänzende Produkte
  • [ ] Blogbeiträge, die auf Kategorien und Produkte verlinken
  • [ ] Beschreibende Ankertexte
  • [ ] Keine verwaisten Seiten, defekten Links oder Links auf Weiterleitungen

Interne Verlinkung ist nie fertig. Jede neue Kategorie, jedes Produkt und jeder Artikel ist eine Gelegenheit, etwas anderes zu stärken. Die Grundlagen finden Sie in unseren Leitfäden zu Kategorieseiten und Produktseiten. Wenn Sie die Struktur Ihres Shops umfassend prüfen lassen möchten: Genau hier setzt unsere Arbeit im Bereich E-Commerce-SEO an.

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